Adrian Paci
Italien, 11 min
Première Internationale

Eine Frau erzählt von einer vergangenen, von Missbrauch und Gewalt geprägten Liebesbeziehung. Ihre Stimme überlagert ein abstraktes, blockiertes Bild, das angesichts der immensen Verletzung, die in ihrer Geschichte zum Ausdruck kommt, wie eine Panne wirkt. Vedo Rosso wurde während des ersten Lockdowns des Regisseurs Adrian Paci in Italien gedreht, mit einer einfachen Geste, einem Finger vor der Kamera, der als monochromer roter Bildschirm dient. Das Bild spiegelt die Unmöglichkeit, während dieser Zeit neue Szenen zu drehen, konkret wider. In erster Linie steht es jedoch für die heikle und schwierige Aufgabe, den Schmerz des Anderen abzubilden. Der Film entwickelt sich wie eine Komposition zwischen Farbe und Stimme, die nach und nach die Komplexität des durch häusliche Gewalt verursachten Zustandes der äusseren und inneren Isolation durchscheinen lässt. Ein poetischer und politischer Essayfilm, eine radikale filmische Reflexion über ein Thema, das dringlicher ist denn je. Ein roter Bildschirm, grell und glänzend, der auch für die Augen der Protagonistin steht, wenn sie vor der Sonne die Augen schliesst und nur das Licht durchkommt.

Camille Kaiser

Durée
11 min
Année
2020
Pays
Italien
Sektion
Internationaler Wettbewerb Mittellange & Kurzfilme
Première
Première Internationale
Sprache
Italienisch
Untertitel
Englisch, Französisch
Produktion
Beatrice BulgariFondazione In Between Art Film
Verkaufskontakte
Leonardo BigazziFondazione In Between Art Filml.bigazzi@inbetweenartfilm.com+393334285531

Internationaler Wettbewerb Mittellange & Kurzfilme

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