Telo Khana

Krystsina Savutsina
Deutschland, Belarus, 57 min
Weltpremiere

In einem Ortsgericht belehren gelangweilt dreinschauende Richter einen Traktorfahrer, der unter Alkoholeinfluss am Steuer erwischt wurde, und erinnern ihn daran, dass der übermässige Wodka-Genuss nicht mit den Verantwortlichkeiten eines Familienoberhauptes vereinbar ist. Anderswo beginnt das langsame Schauspiel des Kühemelkens, eine Gesellschaft feiert eine pompöse (etwas kitschige) Hochzeit und die örtliche Feuerwehr testet ihre Leiter und ihren Schlauch, für den Fall, dass etwas passieren sollte, denn die Vorbereitungen für ein Feuerwerk sind im Gange ... Nach Art eines Dsiga Wertow unter dem Einfluss von Beruhigungsmitteln erfasst die Kamera von Krystsina Savutsina eine Abfolge von Gesten, von winzigen Nicht-Ereignissen und gleichzeitigen Ritualen, alltägliche Choreografien, denen sich die EinwohnerInnen aller Generationen dieser belarussischen Ortschaft hingeben oder unterwerfen. Durch die Wahl der festen Einstellung und eines assoziativen Schnitts beleuchtet Khan’s Flesh Existenzen, die in einer unendlichen Gegenwart stillzustehen scheinen, und wirft einen distanzierten, ironisch eingefärbten Blick auf eine Gesellschaft, die in einer Zwangsjacke aus ungreifbaren Machtbeziehungen gefangen ist.

Emmanuel Chicon

Trailer

Durée
57 min
Année
2020
Pays
Deutschland, Belarus
Sektion
Internationaler Wettbewerb Mittellange & Kurzfilme
Première
Weltpremiere
Sprachen
Russisch, Weißrussisch
Untertitelen
Englisch, Französisch
Produktion
Krystsina SavutsinaGeorg Kussmann
Verkaufskontakte
Krystsina Savutsinasavutsina@gmail.com

Internationaler Wettbewerb Mittellange & Kurzfilme

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