Zwyczajny kraj

Tomasz Wolski
Polen, 52 min
Weltpremiere

Wie sah der polnische Alltag in der Sowjetzeit aus? Dieser Film, für den zuvor als Verschlusssache eingestuftes Material verwendet wurde, zeigt, wie der Geheimdienst alle Aktivitäten der polnischen Bürger ausspioniert und aufgezeichnet hat. Vom Kirchengang bis hin zu Fahrten durch die Strassen auf der Suche nach etwas Interessantem entging nichts dem brutalen Kontrollsystem, das die Sowjets im Namen der... Freiheit eingeführt hatten. Wie ein Spionage-Thriller aus der Zeit des Kalten Kriegs offenbart dieser Film das feinsäuberlich aufgebaute Denunziationsnetz, das Nachbarn dazu brachte, sich gegenseitig bei der Geheimpolizei zu melden. Nichts ist „normal”, weder in diesem Film noch im Polen unter sowjetischer Besatzung – denn um zu überleben und zumindest den Anschein von Normalität aufrechtzuerhalten, waren die Menschen gezwungen, so zu tun, als sei alles normal. Doch dieser Film ist nicht etwa eine verspätete Auseinandersetzung mit den Schrecken des Sowjetsystems. Vielmehr will er auf Schrecken aufmerksam machen, die bereits im Anmarsch sind, während wir vorgeben, alles sei in Ordnung. Eine Zeitkapsel aus der Vergangenheit, um eine neue Art von Faschismus zu verhindern, der mit seiner hässlichen Fratze vielleicht schon hinter der nächsten Ecke lauert.

Giona A. Nazzaro

Trailer

Durée
52 min
Année
2020
Pays
Polen
Sektion
Internationaler Wettbewerb Mittellange & Kurzfilme
Première
Weltpremiere
Sprache
Polnisch
Untertitel
Englisch, Französisch
Produktion
Anna Gawlita
Verkaufskontakte
Anna Gawlitakijora@gmail.com+48609421497

Internationaler Wettbewerb Mittellange & Kurzfilme

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