Die Lage

Thomas Heise
Deutschland, 74 min

 

Papst Benedikt XVI., geboren als Joseph Aloisius Ratzinger, ist der 265. Papst. Bei seinem ersten offiziellen Staatsbesuch als Oberhaupt des Vatikanstaats und der katholischen Kirche in seiner deutschen Heimat konzentrieren sich alle öffentlichen Medien auf diesen einzigartigen Event. Das Protokoll ist streng durchorganisiert. Bilder und Worte des Papstes werden von der offiziellen Vatikan-Pressestelle genau kontrolliert. Doch im Film von Thomas Heise sehen wir keines dieser Bilder. Wir sehen, wie die Staatsmaschinerie ihre Kontrollfunktionen ausübt. Präzise wie ein Uhrwerk kümmert sich eine komplexe Organisation um jedes Detail. Heise sucht nicht nach Offenkundigem. Er will vielmehr erfassen, was sich ausserhalb der Bilder tut. Aus Mosaik-Bausteinen fügt er das schöne, aber auch erschreckend paranoide Portrait einer geradezu militärischen Kontrollmaschinerie zusammen, in der sich die Widersprüche der Welt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem 11. September spiegeln. Die Lage wurde sorgfältig aufgenommen und bearbeitet. Vor allem die Klangstruktur wurde akribisch genau ausgefeilt. So wird der Film zu einem fesselnden sozialen und philosophischen Kommentar mit einer Prise rabenschwarzem Humor.

Giona A. Nazzaro

Übersetzung BMP Translations

Trailer

Durée
74 min
Année
2012
Pays
Deutschland
Sektion
Internationaler Wettbewerb – Langfilme
Sprache
Deutsch
Untertitel
Englisch
Produktion
Heino Deckert

Internationaler Wettbewerb – Langfilme

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