Leandro Listorti
Argentinien, Deutschland | 2022 | 83 min
Weltpremiere
Sprachen : Spanisch, Deutsch
Untertiteln : Englisch, Französisch

In seinem zweiten Spielfilm zieht Listorti eine Parallele zwischen zwei Welten, die er gut zu kennen scheint: die der Pflanzen und die des Films. Diese filigrane Arbeit voller wunderschöner Filmbilder – sowohl Archivbilder als auch aktuelle Aufnahmen – erzählt von der immensen Arbeit der Klassifizierung und Erhaltung und lädt uns grosszügig dazu ein, über die Formen von Repräsentation und Erinnerung nachzudenken. Beide Welten, die in Argentinien von dem Nachnamen Hicken geprägt sind (Cristobal Hicken gründete das Instituto de Botánica Darwinion; sein Neffe Pablo das Filmmuseum), begegnen sich auf der Basis von gängigen Verfahren: Identifizierung von Materialien, Konservierung, Restaurierung, Zugang. Sorgfältig beschreibt Listorti die Aktivitäten der langsamen, akribischen und kostbaren Konservierungsarbeiten, die jenen eines mittelalterlichen Miniaturisten ähneln und in gewisser Weise im Widerspruch zur heutigen Zeit zu stehen scheinen, wie eine Art stille und stoische Form des Widerstands gegen die globalisierte Unmittelbarkeit. Ab der Konzeption zeigen die sorgfältige Auswahl des verblüffenden Archivmaterials und die Entscheidung, auf 16 mm Farbfilm zu drehen, die Kohärenz und die Ehrlichkeit eines Films, der sich leicht in die Welt einfügt, die er beschreibt. Herbaria ist ein Genuss für Augen und Ohren, ein Film von seltsamer Schönheit, der ausserhalb der Zeit zu spielen scheint und dennoch voll in die Ära des Kinos gehört.

Violeta Bava

 
Herbaria, 2022
La película infinita, 2018
Death Youth, 2010

Trailer

Buch
Leandro Listorti
Kamera
Fidel González Armatta
Ton
Roberta Ainstein
Schnitt
Leandro Listorti
Musik
Roberta Ainstein
Produktion
Paula ZyngiermanMaravillaCine
Vertrieb
María VeraKino Rebeldedistribution@kinorebelde.com+34673821529

Burning Lights Wettbewerb

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