Edmond Carrère
Frankreich | 2018 | 72 min
Weltpremiere
Sprache : Französisch
Untertitel : Englisch

Wir befinden uns in der abgeschiedenen Welt des Maison d‘accueil spécialisée Maud Mannoni, die Ende der 1960er-Jahre eine experimentelle Struktur für autistische, psychotische und Kinder mit neurodiversität gründete, für Erwachsene mit unheilbaren geistigen Behinderungen. Wie Bernard, der ohne Unterlass seine Kleidung zerreisst, taucht jeder Patient mit seinen Obsessionen auf, die durch die Worte und Gesten des Pflegepersonals eingedämmt, kanalisiert werden. Mit bewusst nahen Einstellungen versucht Edmond Carrère, die scheinbare, abstandsgleiche Neutralität zwischen Patienten und Pflegepersonal, die hier keine Gültigkeit hat, aufzuheben. Auf letztere zentriert, gelingt es A l‘infini, die Nähe der Körper zu erfassen, die häufig auf derselben Ebene gefilmt werden: Miteinander verbunden, in fast choreografischer Bewegung, nur selten unterbrochen von Bildern des «Draussen», dem einzigen Rückzugsort und der einzigen Möglichkeit, Luft zu holen, bevor es wieder hineingeht. Anfangs wollte Carrère seinen Film Après Sisyphe nennen. Man muss es dem Philosophen gleichtun und «sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen», beispielsweise in den Zügen einer Pflegeperson, der es mitunter gelingt, einem in sich verlorenen Mann ein strahlendes Lächeln zu entlocken.

Emmanuel Chicon

Trailer

Produktion
Isabelle Neuvialle
Vertrieb
Isabelle Neuviallelesfilmspyramide@gmail.com+33620735370

Internationaler Wettbewerb – Langfilme

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