Arnaud des Pallières
Frankreich | 1996 | 84 min
Sprache : Französisch

Ein Film in drei Akten. An der Schwelle des Todes erkennt der letzte Überlebende des Holocausts die Machtlosigkeit des Zeitzeugen. Bei ihren Recherchen über das Lager Drancy erzählt eine Studentin von Frankreichs Beteiligung an der Vernichtung der europäischen Juden. Ein Schiffskapitän fährt einen Fluss hinauf, an dem die Zivilisation der Barbarei weicht. Durch die literarischen Einflüsse («W oder Die Kindheitserinnerung» von Georges Perec bis «Herz der Finsternis» von Joseph Conrad) vermischen sich im Film Gestern, Heute und Morgen. Die Handlung wird von der mythischen Macht der Geschichte durchdrungen. «Eine Pariser Metro-Station heisst Drancy Avenir. Ist das Ironie oder die Gedankenlosigkeit irgendeiner Verwaltung? Ich weiss es nicht. Doch aus der Lücke zwischen den beiden Begriffen wächst ein Bild empor, wie eine Warnung oder eine Prophezeiung, die uns zurück in die Vergangenheit führt. Unsere Zukunft birgt den Keim der Zerstörung der Vergangenheit» (AdP). Drancy Avenir ist eine ethische Betrachtung der Geschichte des 20. Jahrhunderts und zugleich eine gnadenlose Analyse unserer Gegenwart.

Luciano Barisone (Übersetzung BMP Translations)

Produktion
Cyriac AuriolPauline Duhault

Atelier Arnaud Des Pallières

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