Ruth Zylberman
Frankreich, 103 min

«Sie haben Bestand, die Gebäude von Paris, es sind gute Gebäude, solche (…) die die Jahrhunderte überdauern, denen Kriege, Tod, Einstürze nichts anhaben können. Aber ist man wirklich sicher, auch wenn man ein «Haus aus Stein» hat?», fragt Ruth Zylberman zu Beginn ihres Films. Seit der letzten Zählung, die vor dem Krieg in Nummer 209 rue St-Maur durchgeführt wurde, wo unter anderem mehr als hundert BewohnerInnen jüdischen Glaubens aus Polen und Rumänien in bescheidenen Verhältnissen lebten, hat die Filmemacherin die Archive gründlich durchkämmt. Sie hat einige dieser «Kinder aus der 209», die den Razzien entkommen waren, wiedergefunden – 52 Jüdinnen und Juden aus diesem Gebäude wurden deportiert – und die äussert detaillierten Berichte von Odette, Henri und den anderen gesammelt. Die virtuose Montage begleitet ihre Erzählungen, die Bewegung der Erinnerungen, die vom ursprünglichen Trauma, der unmöglichen Trauer erzählen, aber auch von den Gesten der Menschlichkeit einiger NachbarInnen, die sich gegen den gnadenlosen Wahnsinn dieser dunklen Jahre zur Wehr setzten und sie vor dem Verderben bewahrten.

Emmanuel Chicon

Durée
103 min
Année
2016
Pays
Frankreich
Sektion
Ehrengast Emmanuel Carrère
Sprache
Französisch
Untertitel
Englisch
Produktion
Céline NussePaul Rosenberg

Ehrengast Emmanuel Carrère

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