Clément Cogitore
Frankreich, Finnland, 49 min

«Braguino» ist der Name einer abgelegenen Gemeinschaft tief in der sibirischen Taiga. Hier leben die Braguines und die Kilines autark nebeneinander, getrennt durch einen Absperrzaun, der ihr Dorf durchzieht: die zwei aus Gründen, die genauso undurchsichtig sind wie der Wald, der sie umgibt, zerstrittenen Familien hassen sich und weigern sich, miteinander zu sprechen. Der Film von Clément Cogitore wurde vier Jahre nach einer ersten Erkundung gedreht und erzählt von diesem Konflikt in einem von der Aussenwelt abgeschnittenen Gebiet, nach Art eines grausamen Märchens, unter anderem aus der Perspektive der Kinder, die einen wichtigen Platz in der Erzählung einnehmen. Die Montage spielt auf zwei Ebenen, im Wechsel zwischen fast anthropologischen Szenen, in denen die Geschehnisse im Bild in ihrer realen Dauer so eingefangen werden, wie sie sich zugetragen haben (das Töten und Zerschneiden eines Bären, das Absetzen der Kinder auf ihrer Insel, um sie vor wilden Tieren zu schützen...), und anderen, stärker zersplitterten und elliptischen Sequenzen. Die Präzision des akustischen Universums und die Schaffung von traumhaften Bildern lassen Braguino zu einer Parabel abgleiten. An diesem Ende der sogenannten zivilisierten Welt spielen sich Träume von Utopie und Mythen des verlorenen Paradieses ab.

Emmanuel Chicon

Durée
49 min
Année
2016
Pays
Frankreich, Finnland
Sektion
Ehrengast Emmanuel Carrère
Sprache
Russisch
Untertitel
Englisch, Französisch
Produktion
Kaarle AhoCédric BoninPascaline Geoffroy

Ehrengast Emmanuel Carrère

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