Marc Isaacs
Vereinigtes Königreich, 24 min

Als Marc Isaacs beschliesst, seine Kamera im Aufzug eines Londoner Gebäudes zu installieren, weiss er nicht, wie die BewohnerInnen angesichts dieser etwas albernen, simplen und leicht aufdringlichen Idee, die die Routine ihres gewohnten Alltags stört, reagieren werden. Lift ist ein Film, der mit Einschränkungen (zeitliche Zufälligkeit der Aufzugfahrten, robotische «Off-Stimme», die die Stockwerke durchsagt ...) gefilmt wurde, die sich schliesslich als Vorteile herausstellten, und eine kleine Perle der dokumentarischen Komödie. Der Aufzug, ein Filmstudio im Miniformat – die in einigen Einstellungen sichtbaren Fliegen, eine Art metaphorisches und ironisches Double des Filmemachers, stammen aus einer Zoohandlung – ermöglicht es den Personen, sich einige Sekunden lang zu inszenieren, Akteure ihres «winzigen Lebens» zu sein, indem sie offene Fragen ihres Gesprächspartners beantworten, wie beispielsweise: Wovon haben Sie letzte Nacht geträumt? Erzählen Sie mir von ihrer schönsten Kindheitserinnerung ... Der scheinbar fliessende Austausch, der bei der Montage völlig neu zusammengesetzt wurde, zeigt einen von vulnerablen, unverblümten und vor allem sehr menschlichen Persönlichkeiten bevölkerten Mikrokosmos.

Emmanuel Chicon

Durée
24 min
Année
2000
Pays
Vereinigtes Königreich
Sektion
Ehrengast Emmanuel Carrère
Sprache
Englisch
Untertitel
Französisch
Produktion
Belinda GilesAndrew Hinton

Ehrengast Emmanuel Carrère

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