Schwingen der Hoffnung aka Julianes Sturz in den Dschungel

Werner Herzog
Deutschland, Vereinigtes Königreich, 65 min

29 Jahre nach einem Flugzeugabsturz im peruanischen Dschungel kehrte Werner Herzog in Begleitung der zum Zeitpunkt der Tragödie 17 Jahre alten Juliane Koepke, der einzigen Überlebenden, an den Unfallort zurück. Entschlossen, sie dieses traumatische Erlebnis erzählen zu lassen, lässt der Filmemacher einen jegliche Sensationsgier entbehrenden Film entstehen, in dem die Protagonisten von Heroismus unentwegt Abstand nehmen. Der Dschungel mit seiner wie in einem Traum entstammenden Kraft scheint den Takt der Erzählung vorzugeben und bewirkt, dass die Entdeckung eines Flugzeugteils oder einer Tierart zu einer Quelle grosser Freude wird. Der Film, der sich auf den Begleitkommentar des Regisseurs stützt, ist nicht zuletzt ein glühendes Manifest der Möglichkeiten des Kinos. Seine begeisternde Stimme drängt uns, dieses Zeugnis in seinen intimsten Aspekten zu erfassen. Dies lässt die Aufzeichnung jedweder Spur zu einer Grundvoraussetzung dafür werden, dass jede Erfahrung gelebt wird. Diese dem Kino übertragene Kraft erreicht ihren Höhepunkt, wenn der Blick einer jungen indigenen Frau auf die Kamera trifft. Ihr verschlossenes Gesicht deutet ein verlegenes Lächeln an, das zu einem befreienden Lachen wird. 

Tom Bidou

Durée
65 min
Année
1999
Pays
Deutschland, Vereinigtes Königreich
Sektion
Maître du Réel Werner Herzog
Sprachen
Englisch, Deutsch, Spanisch
Untertitelen
Englisch, Französisch
Produktion
Lucki StipetićPeter FirstbrookZDF Enterprises

Maître du Réel Werner Herzog

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