143 Sahara street

Hassen Ferhani
Algerien, Frankreich, Katar | 2019 | 100 min
Sprachen : Arabisch, Französisch, Englisch
Untertitel : Französisch

Wäre dies ein Film von John Ford, so hiesse er vielleicht Die Gefangene der Wüste. Auf der 1978 von Houari Boumediene eingeweihten Transsahara herrscht Malika über die zwanzig Quadratmeter, auf denen sie ungerührt und spöttisch die Wüstenreisenden empfängt: Maya, die unerschrockene polnische Rucksacktouristin, flüchtige Bekannte wie der Schriftsteller Chawki Amari, mit dem sie einen urkomischen Sketch entwirft, oder der Schauspieler Samir El Hakim, dem es nicht gelingt, sie zu täuschen, aber auch ein misstrauischer Imam, eine enthusiastische Musikgruppe, Lastwagenfahrer … Die Wüste ist in Zeit verwandelter Raum. Genau diese Zeit gibt Ferhani den Worten und der Stille, die sich darin entfalten. Ganz Algerien scheint Malika zu konsultieren, diese Sphinx, die so aufmerksam auf jede Person eingeht. Wieder einmal beeindruckt der Filmemacher mit der Qualität seiner Einstellungen, die jeden Zentimeter dieses undankbaren Raumes erkunden, um ihn zu verherrlichen. Auch das unmerkliche Gleiten von Dokumentation zu Fiktion trifft ins Schwarze. Das Falsche, um die Wahrheit zu zeigen? Hassen Ferhani hat ein Meisterwerk geschaffen.

Bertrand Bacqué

 
143, Rue du désert, 2019
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Fi rassi rond-point, 2015
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Les Baies d'Alger, 2006
Ton
Antoine MorinMohamed Ilyas Guetal
Schnitt
Nadia ben RachidStéphanie SicardKhada NinaHassen Ferhani
Produktion
Narimane MariOlivier Boischot

Atelier Hassen Ferhani

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