Hassen Ferhani & Nabil Djedouani
Algerien | 2011 | 54 min
Sprachen : Arabisch, Bambara-Sprache, Französisch
Untertiteln : Englisch, Französisch

Der mit Nabil Djedouani co-realisierte Film Afric Hotel schenkt den Einwanderern aus Subsahara-Afrika, die wir nicht sehen wollen, ein Gesicht und eine Stimme. Sie wohnen in einem Hotel in Algier und arbeiten als Liftboys, Strassenschuster oder Hilfsarbeiter auf Baustellen. Zunächst aus der Ferne, dann in Bewegung folgen die Filmemacher ihnen bei ihrem täglichen Austausch mit den AlgerierInnen. Allerdings ist Afric Hotel kein Film „«über”», sondern ein Film „«mit”». Da sie nachts nicht im Hotel drehen können, geben sie den Protagonisten eine Kamera, mit der diese ihr Zimmer filmen. Aufgrund eines technischen Fehlers sind diese Szenen stumm. Umso eindringlicher erzählen sie von der extremen Einsamkeit trotz der improvisierten Rituale. Dennoch ist Afric Hotel nie düster. Auch wenn sie mit dem üblichen Rassismus konfrontiert werden, streben Brahim, Adam und Ismaïl nach einem anderen Ort, und die Interaktionen mit den Einheimischen sind oft köstlich. In diesem von Empathie und einem tiefen Humanismus durchdrungenen Film spricht man über Ausbeutung, ein Gemüse oder andeutungsweise über die algerische Gesellschaft.

Bertrand Bacqué

 
143, Rue du désert, 2019
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Fi rassi rond-point, 2015
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Afric Hotel, 2011
Les Baies d'Alger, 2006
Schnitt
Myriam Aycaguer

Atelier Hassen Ferhani

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