Richard Dindo
Schweiz, Frankreich, 145 min

Der ehrgeizige Film, eine Dokufiktion in Form einer kurz nach dem Tod des Poeten durchgeführten Ermittlung, beruht auf Schriften Rimbauds und Erzählungen mehrerer Personen, darunter seine Mutter, seine Schwester, ein Kindheitsfreund, sein Lehrer, vor allem aber sein Freund und Geliebter Paul Verlaine, die von Schauspielern dargestellt werden. Ein Tauchgang in das manchmal von Umherirren, Untätigkeit und Ungewissheiten geprägte Leben des Dichters, für den Richard Dindo als Kulisse die Geschichte Frankreichs heranzieht, um eine extrem anspruchsvolle und gelungene Auseinandersetzung mit einem Autor zu beginnen, der ihn fasziniert. Da das Subjekt seines Films bereits seit 1891 tot ist, muss er auf Berichte von lebenden Zeugen verzichten und ersetzt diese durch einen fiktionalen Rahmen, den er mit in Frankreich und in Afrika gedrehten, ebenso andeutungsreichen wie eigensinnigen Bildern stützt. Weit entfernt von einer illustrativen wortgetreuen Nachforschung bewegt sich der Regisseur vielmehr in einem selbst gewählten Rahmen: ein poetisches Umherschlendern, in der nur die allgegenwärtige Figur Rimbauds kein Gesicht hat.

Durée
145 min
Année
1991
Pays
Schweiz, Frankreich
Sektion
Maître du Réel
Sprache
Französisch
Produktion
Robert BonerRichard Copans

Maître du Réel

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