Genet à Chatila

Richard Dindo
Schweiz, Frankreich, 99 min

«Wo so viele Dinge da sind, um gesehen, nur gesehen zu werden, kann kein Wort sie beschreiben», Jean Genet, «Ein verliebter Gefangener».September 1982, die Milizsoldaten überfallen die Lager von Sabra und Schatila im Westen Beiruts und töten eine sehr grosse Zahl von palästinensischen Flüchtlingen. Jean Genet, der sich zu diesem Zeitpunkt in Beirut aufhält, begibt sich am nächsten Tag nach Schatila und wird das dort entdeckte Leid nie vergessen können. Wie in mehreren seiner Filme von einem Text geleitet – den Genet trotz seiner Krebserkrankung einige Monate später verfasste – und vermischt mit Archivmaterial und Zeugenberichten, folgt der Filmemacher, zu den Klängen von Mozarts Requiem, seinen Spuren und sucht nach Bildern, während die Zeit stillzustehen scheint. Wo sein Blick oft mit dem der Person verschmilzt, deren Porträt er zeichnet, ist er hier von einer jungen Französin mit algerischen Wurzeln begleitet, die Auszüge aus dem Text liest. Dem Autor leiht Klaus Knuth seine Stimme. Diesem leicht und poetisch strukturierten Rahmen sind die Lyrik und die Genauigkeit zu verdanken, die das Thema verlangt. Der Film wurde 1999 in der «Semaine de la critique» vorgestellt.

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Durée
99 min
Année
1999
Pays
Schweiz, Frankreich
Sektion
Maître du Réel
Sprache
Französisch
Produktion
Richard Dindo

Maître du Réel

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