Samir Samir
Schweiz, 112 min

Am Anfang des zweiten Teils der Trilogie rund um Samirs Herkunft steht sein Vater. Er war Iraker und Kommunist und erzählte immer wieder von seinen jüdischen Genossen im Irak. So sucht Samir vier ältere Kommunisten auf, die zwar seinen Vater nicht kannten, ihm aber ausführlich ihr Leben erzählen und damit einen interessanten Aspekt der komplexen Situation im Nahen Osten beleuchten. Sie wurden als junge Männer wegen ihrer politischen Haltung ins Exil gezwungen. In Israel willkommen, um die Zahl der Juden zu erhöhen, fanden sie aber ein Dasein als Bürger zweiter Klasse vor. Diese Intellektuelle stossen noch heute auf Schwierigkeiten. Der preisgekrönte Autor Samir Naqash kann weder in Israel publizieren, weil er auf Arabisch schreibt, noch im arabischen Raum, weil er Jude ist.

Immer wieder verschwimmen die Bildränder rund um die Portraitierten. Es gesellen sich filmische Eindrücke aus ihrem Umfeld dazu oder die Aussagen werden mit geschriebenen Worten ergänzt. Eine weitere vergnügliche Reflektionsebene bieten die diversen von Samir kommentierten historischen Filmausschnitte mit arabischen und jüdischen Stereotypen, die zeigen, wie sich der Zeitgeist in ständigem Wandel befindet.

Jenny Billeter

Durée
112 min
Année
2002
Pays
Schweiz
Sektion
Atelier Samir
Sprachen
Arabisch, Hebräisch, Englisch
Untertitelen
Englisch
Produktion
Samir SamirKarin Koch

Atelier Samir

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