Gianfranco Rosi
Frankreich, Italien, 84 min

Der Schauplatz des Films ist ein Motel irgendwo an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Ein Mann sitzt in einem Sessel. Ein schwarzes Netz bedeckt seinen Kopf. In seinen Händen hält er ein leeres Notizbuch, in dem er kritzelt und schreibt, während er unermüdlich über seinen einstigen Job erzählt. Der Mann, ein ehemaliger Auftragsmörder der mexikanischen Drogenkartelle, lebt heute im Zeugenschutzprogramm. Seine früheren Bosse trachten ihm noch immer nach dem Leben und haben ein Kopfgeld von 250'000 Dollar auf ihn ausgesetzt. Fast 80 Minuten lang lässt er sich über die vielen hundert Menschen aus, die er tötete, folterte und entführte, als er gleichzeitig Kommandant der Bundespolizei in Chihuahua war. El Sicario, Room 164 ist bislang Gianfranco Rosis umstrittenstes Werk. Den Ausgangspunkt des Films bildet Charles Bowdens 2009 in Harper’s Magazine veröffentlichter Artikel The Sicario. Der Film stellt die erlernte Auffassung von Wahrheit auf die Probe und fasziniert auf zutiefst verstörende Art und Weise. Die Kamera macht die körperliche Konfrontation mit dem Killer unausweichlich. Von Angesicht zu Angesicht mit dem Sicario erweckt Rosi seinen Protagonisten mit der Kamera zum Leben.

Giona A. Nazzaro

Trailer

Durée
84 min
Année
2010
Pays
Frankreich, Italien
Sektion
Atelier Gianfranco Rosi
Sprache
Spanisch
Untertitel
Französisch
Produktion
Gianfranco RosiSerge Lalou

Atelier Gianfranco Rosi

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