Gianfranco Rosi
Italien, 55 min

Gopal, ein zerbrechlich wirkender Mann, rudert unermüdlich westliche Touristen über den Ganges. Ein schlecht bezahlter Job, der ihm im Laufe der Jahre zu einem desillusionierten Blick auf das Leben verhalf, während er grübelnd beobachtete, wie Ausländer auf die hinduistischen Bestattungsrituale reagieren. Aus den Scheiterhaufen steigen die Flammen in den Himmel, die Menschen erweisen den Verstorbenen respektvoll die letzte Ehre und Gopals Leben geht Tag für Tag seinen eigenen, langsamen Gang. Rosi verfolgt einen seiner Tage im Boot und kommt dabei auch mit einigen der anderen Menschen in Kontakt, die sich an den Ufern des Ganges drängen. Darunter ein zum Hinduismus konvertierter italienischer Hippie, der mit dem Regisseur seine Einsichten über das Leben und andere Dinge teilt. Zwei gegensätzliche Weltsichten, die still und leise ineinander fallen. Boatman – vollständig in Schwarz-Weiss auf 35-mm-Film gedreht – bildet den Anfang der Zusammenarbeit zwischen Rosi und seinem langjährigen Cutter Jacopo Quadri, während der Filmemacher in den Widersprüchen und der Komplexität der Wahrheit des sogenannten Direct Cinema seinen Weg findet.

Giona A. Nazzaro

Durée
55 min
Année
1993
Pays
Italien
Sektion
Atelier Gianfranco Rosi
Sprachen
Hindi, Englisch, Italienisch
Untertitelen
Englisch
Produktion
Gianfranco Rosi

Atelier Gianfranco Rosi

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