Die Ruinen von Europa

Ira A. Goryainova
Belgien | 2017 | 47 min
Weltpremiere
Sprachen : Französisch, Deutsch, Englisch
Untertiteln : Englisch, Französisch

«Ich war Hamlet. Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von Europa.» Mit angehaltenem Atem wie die Ophelia/Elektra der Hamlet-Machine (1977) von Heiner Müller, der die Struktur der Erzählung säumt, führt der Tauchgang in die Ruinen eines Europas auf Abwegen. Unter Führung von Faustine du Couvent, eine von dunkler, poetischer Energie beseelte junge Pariserin, ist The Ruins of Europe ein zutiefst persönliches, sich nervös strukturierendes Objekt aus Fernseharchivbildern, das das Bild einer Gesellschaft am Abgrund zeichnet. «Fernsehen. Der tägliche Brechreiz. Brechreiz. Geziertes Gerede. Gute Laune auf Rezept. Wie schreibt man Wohlbefinden.» Ein zur Darstellung des Übermasses an Gewalt, Faschismus und Revolte in all ihren Formen vor Bildern überquellender, ehrgeiziger, kompromissloser Film, zugleich Aufschrei und Manifest. Ira A. Goryainova gräbt sich mit ausgefahrenen Antennen, blind und luzide durch die Dunkelheit einer Welt und ihre Bevölkerung, die zu einem Teil noch daran glaubt, und zum anderen Teil aufgegeben hat und in verzweifelter Nonchalance lebt.

Emilie Bujès

Trailer

Produktion
Peter Krüger
Vertrieb
Laurence Alarydistribution@argosarts.org+3222290003

Compétition Internationale Moyens Métrages

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