Dark Forests

Stéphane Breton
Frankreich, 52 min

Am Ende eines Weges irgendwo im russischen Sibirien beginnt ein riesiger Wald, der scheu «diejenigen schützt, die hier ihre letzte Zuflucht gefunden haben». In den kleinen Dörfern an seinem Rand trifft man auf Jäger, Trinker und/oder Mörder. Einer davon ist Boris. Er war zehn Jahre im Gefängnis, weil er seine Frau getötet hat. Nach seiner Verurteilung kamen seine beiden Töchter ins Waisenhaus. Im Haus seiner Eltern, das er seit seiner Haftentlassung bewohnt, hat er den Eindruck, «sinnlos zu warten». «Das war meine neue Strafe und ich hatte den Eindruck, dass sie nie zu Ende sein wird», stellt Denis Lavant fest, der dem Erzähler dieser Geschichte, der ohne Hoffnung auf Erlösung zu beichten beginnt, aus dem Off seine heisere Stimme leiht. Les Forêts sombres besitzt die trockene Lyrik der Novellen Samjatins. Stéphane Bretons Kamera lauscht diesen Parias, die mit dem Auflesen von Tannenzapfen und dem Bergbau ihr Leben fristen und mit Besäufnissen vergessen wollen, dass sie vor allem von der Scham geplagte Menschen sind, ohne aber der Würde zu entsagen. Jener, der auch dieser kurze Fluch namens Leben nichts anhaben kann.

Emmanuel Chicon

Durée
52 min
Année
2014
Pays
Frankreich
Sektion
Atelier Stéphane Breton
Sprachen
Russisch, Französisch
Untertitelen
Französisch
Produktion
CNRS audiovisuelLaurence HamelinSerge Lalou

Atelier Stéphane Breton

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