Um verschiedene Zugänge zum reichhaltigen Programmangebot zu bieten, haben wir fünf thematische Streifzüge konzipiert.

Geschwister, Abstammung, Generationenbeziehungen, Herkunft
Was steckt hinter dem Bedürfnis, seine Geschichte zu erzählen, seine Herkunft nachvollziehbar zu machen? Aus psychoanalytischer Sicht sind wir das Produkt unserer Familiengeschichte. Für den Dokumentarfilm ist diese eine unerschöpfliche Inspirationsquelle, die Abstammungslinien rekonstruiert, die Komplexität der Elternschaft entwirrt, die Stärke von Geschwisterbanden auf die Probe stellt oder die Kluft zwischen den Generationen misst.

Freundschaften, Liebesgeschichten, Trauer, sexuelle Befreiung, Emanzipation, Einverständnis, Feminismen
Wie jedes andere soziale Phänomen ist auch die Liebe nicht immun gegen gesellschaftliche Determinanten oder Zwänge. Manche Filme schlängeln sich durch die Labyrinthe des Herzens, des Körpers und des Verlangens. Hinter der Darstellung von Emotionen und den treibenden Kräften, die unsere Beziehungen zum Anderen prägen oder behindern, offenbart sich eine intime Suche nach den Bindungen, die befreien.

Dekolonialismus und Neokolonialismus, Diaspora, Migrationen, Minderheiten, BIPoC-Themen, Diskriminierung
Den Befreiungsbewegungen des 20. Jahrhunderts ist es gelungen, die Imperien aufzulösen, ohne jedoch die koloniale Ideologie überwinden zu können, die diesen zugrunde lag. Filmschaffende führen uns deutlich das Fortbestehen von Mechanismen des Erinnerns und Vergessens vor Augen, die multikulturelle Gesellschaften prägen, in denen sich weiterhin Unterdrücker und Unterdrückte gegenüberstehen.

Die glänzende Zukunft des Krieges, staatliche Unterdrückung, Posttraumatisierung, Widerstand, Militarismus, Geopolitik, Gegenkräfte
Seit den 2020er-Jahren sind wir in ein Zeitalter permanenter Krisen eingetreten, die in immer atemberaubenderem Tempo auftreten. Trotz des hartnäckigen und globalen Widerstands der Bevölkerungen scheinen offener Krieg und staatliche Unterdrückung die einzig sicheren Perspektiven zu sein. Wachtposten und Zeuge zugleich, setzt der Dokumentarfilm seine „Bestandsaufnahme“ der finsteren Zeiten fort.

Gescheiterte Utopien, No Future, Techno-Dystopien, das Weltraumzeitalter und die Klimakrise
Der Menschen liebt die Zukunft, die nicht immer gleichbedeutend mit Fortschritt ist, und stellt sie sich gerne strahlend vor, obwohl sie sich schnell gegen sie wenden kann. Indem sie Mutter Erde ausbeuten und von der Kolonisierung einer anderen träumen, haben die Futurologen die Büchse der Pandora geöffnet. Von gescheiterten Utopien bis hin zu Techno-Dystopien, offenbart das Kino seine peripheren Visionen am Rand des Abgrunds.