Valéry Rosier
Belgien, Frankreich, 52 min

Knistern und alte Schlager in einer Kleinstadt in der Picardie. Sie lassen die Hörer des von freiwilligen Helfern jeden Alters betriebenen «Radio Puisaleine» vergessen, dass die Jahre vergangen sind, dass es vielleicht bereits zu spät ist. Valéry Rosier, die 2011 in Cannes mit dem Kurzfilm Dimanches auffiel, überträgt diese erste Geste in den spielfilmartig aufgebauten Dokumentarfilm Silence radio, dessen prägnante, drollige Saineten mittels einer Parallel-Montage eine Verklärung der Banalität des Alltags von Männern und Frauen erreichen, die ihrem gemeinsamen Los zu entkommen suchen: der Einsamkeit. Mit Feingefühl fängt Rosier ein Wiegen des Kopfes, einen in der Ferne verlorenen Blick und geschundene Körper ein, deren blosse Existenz an diesen melodischen Schwingungen hängt, um die sich Erinnerungen, Verwundungen oder Hoffnungen ranken. Das vorübergehende, wartungsbedingte Schweigen des Senders erlebt diese urplötzlich durch ein stetes Rauschen aus dem Gleichgewicht gebrachte Gemeinschaft wie einen kleinen Tod. Aber der Sensenmann muss noch warten, denn die geliebten Refrains kommen zurück und mit ihnen die Möglichkeit, noch ein wenig an den Ufern der Freude zu verweilen.

Durée
52 min
Année
2013
Pays
Belgien, Frankreich
Sektion
Compétition Internationale Moyens Métrages
Sprache
Französisch
Untertitel
Englisch
Produktion
Denis DelcampeGaëlle Jones
Verkaufskontakte
Gorka Gallierg.gallier@docandfilm.com+33630997206

Compétition Internationale Moyens Métrages

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