Iranien

Mehran Tamadon
Schweiz, Frankreich, 105 min

Fünf Jahre nach Bassidji (VDR, 2009) nimmt Mehran Tamadon erneut den Dialog mit den Verteidigern der Islamischen Republik Iran auf. Nicht ohne Schwierigkeiten überzeugt der Filmemacher vier Geistliche, in einem Haus weit ab von der Schwüle Teherans, zu einer Debatte mit ihm zusammenzukommen. Iranien gründet auf einem einfachen Prinzip: Jeder hat sein eigenes Zimmer. Das Wohnzimmer, wo die Diskussionen stattfinden, ist für das zweitägige Experiment strukturiert wie ein kurzlebiger Mikrokosmos, in dem der Atheist und die Geistlichen das «Zusammenleben» erleben und thematisieren werden. Die Kamera hält die verbalen Schachzüge dieses «friedlichen Abenteuers» fest, in dem Menschen, die unterschiedliche Visionen der Welt vertreten, ihre Unterschiede darzulegen versuchen. Von diskursiven Strategien über Wortgefechte nehmen die Mullahs so bereitwillig an dieser intelligenten «Reality-Show» teil, dass sie fast sympathisch wirken. Bei der Annäherung an die «roten Linien» – insbesondere die Frauenfrage – werden jedoch die ideologisch verhärteten Fronten deutlich, und die Utopie, die sich kurzfristig aufgetan und alle Gegenspieler in gleiche Entfernung zueinander gesetzt hatte, erlischt brüsk wieder.

Emmanuel Chicon  

Durée
105 min
Année
2014
Pays
Schweiz, Frankreich
Sektion
Etat d'Esprit
Sprache
Farsi
Untertitel
Französisch, Englisch
Produktion
Elena TattiRaphaël Pillosio
Verkaufskontakte
Daniela Elstner

Etat d'Esprit

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