Poule des Doods

Astrid Bussink
Niederlande, 50 min

n Amsterdam sterben jedes Jahr nahezu fünfzehn Menschen in vollkommener Einsamkeit. Die Beerdigung übernehmen die Gemeinden, den Rahmen jedoch bildet eine Dichtervereinigung, die eigens verfasste Verse liest. Poule des Doods ‒ ein suggestives Hybrid-Objekt ‒ bedient sich als Herangehensweise an die Verwaltung des Todes durch Beamte, die surrealistische Farce dieser Beerdigungen und die Schwierigkeit, über ein so ungewöhnliches Thema zu schreiben, einer Verschachtelung der Stil- und Erzählebenen. Denn diesen humanistischen Poeten, die ihren Artgenossen ‘post-mortem’ etwas Würde zuteilwerden lassen möchten, geht es vor allem darum, einem Manko beizukommen: einer lückenhaften, nur noch in Spuren erhaltenen Identität; einer gleichgültigen Gesellschaft. Wie von ihrem Geist getragen, vernachlässigt der Film zuweilen die Chronik und lässt seine eigene Poesie entstehen. In die Wohnung des anonymen Verstorbenen projizierte Amateurfilmfragmente geben ihm ein Gesicht und eine ‒ sei sie archetypische ‒ Geschichte zurück, und gliedern ihn mittels einer kollektiven 'found footage'-Bildgebung symbolisch wieder in jene Gesellschaft ein, die ihn ausgestossen hatte. Die Grabrede wird zu einer Ode an das Leben.

Trailer

Durée
50 min
Année
2012
Pays
Niederlande
Sektion
Compétition Internationale Moyens Métrages
Sprachen
Niederländisch, Türkisch
Untertitelen
Englisch, Französisch
Produktion
Frank van der Engel
Verkaufskontakte
Kaisa Kriekkaisa.kriek@omroep.nl+31356773760

Compétition Internationale Moyens Métrages

→ Tous les films