Vladilen Vierny
Frankreich, 7 min

Parkour ist nicht einfach ein weiterer Stadtsport. Wie früher die Pfadfinder versuchen die Schüler dieser zeitgenössischen Sportart, das urbane Umfeld umzuarbeiten, während sie nach neuen, eventuell sinnvollen Wegen suchen, um mit ihm zu interagieren. So kann hinter jedem Hindernis ein neuer Weg liegen, der zu einer neuen Route durch die Stadt führt. Die Wechselwirkung zwischen menschlichem Körper und Stadtlandschaft weist über sich hinaus und verwandelt  sich in ein Ritual der Verführung. Während sich die Körper in den Oberflächen spiegeln, wird die Stadt selbst zum lebenden Organismus. Die Traceure durchstreifen geometrisch die bebauten Flächen, bis an die Grenzen ihrer Ausdauer, während der Regisseur ihre Bewegungen mit fast kubistischer Präzision einfängt. Wie die Graffitikunst bestätigt Parkour den zentralen Charakter des Subjektiven in modernen Stadtlandschaften. Traceurs ist eine minimalistische urbane Symphonie, in der die kurzen Blicke auf die Körper das Letzte sind, was vor dem Hintergrund der postmodernen, entmenschlichten Stadtlandschaft übrigbleibt. Die Traceure sind wie Geister, die zu urbanen Legenden werden. Sie machen die Stadt wieder zu einem Ort voller Geschichten.

GIONA A. NAZZARO

Übersetzung BMP Translations

Durée
7 min
Année
2011
Pays
Frankreich
Sektion
Premiers Pas
Sprache
ohne Dialog
Produktion
Alice Bégon
Verkaufskontakte
Géraldine Amgarfestival@femis.fr
g.amgar@femis.fr
+33153412116

Premiers Pas

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