Neues Plakat und Ateliers 2013

Visions du Réel lüftet den Schleier über das Plakat 2013 und die Ateliers: 2 Kino-Lektionen mit renommierten Regisseuren: Laila Pakalnina und Eyal Sivan.

Das Plakat 2013 und die Ateliers

Visions du Réel ermöglicht alljährlich die Entdeckung einer Auswahl an grossartigen Werken des Cinéma du Réel. Darüber hinaus bietet das Festival durch seine traditionellen Ateliers ebenso die Möglichkeit, echten und einmaligen Lektionen in Sachen Film & Kino beizuwohnen.

Lettische Regisseurin Laila Pakalnina
und israelische Regisseur Eyal Sivan
stehen 2013 im Mittelpunkt. Ihre jeweiligen Werke können während des Festivals (19. bis 26. April 2013) in Nyon oder aber auch – erstmalig und dank einer neuen Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse und den Cinémas du Grütli – in Lausanne und Genf gesichtet werden.

 

Laila Pakalnina: Humor und Schönheit

Die Filme von Laila Pakalnina sind zugleich komplex und zugänglich, leicht und tiefgründig und vereinen Schönheit mit Ironie. Egal ob es sich um dokumentarische Werke oder fiktive Inszenierungen handelt, die Filme dieser lettischen Cineastin – welche von den grössten Festivals (Berlin, Cannes, Locarno sowie Venedig) ausgewählt wurden – basieren stets auf einer sehr genauen Beobachtung des Lebens und bedürfen nur weniger Worte. „Für sie gilt: Wenn etwas verbal erklärt werden kann, verflüchtigt sich das Filmpotenzial.“ (Luciano Barisone, Visions du Réel Direktor).
Ihre dialoglosen und bildreichen Erzählungen werden somit vielmehr von einer Collage visueller Indizien statt von umgesetzten Drehbuchtatsachen getragen. Eine derartige Filmidee bietet dem Zuschauer einen grossen Interpretationsspielraum sowie einen höchst erfreulichen Anlass zur Vermischung von Filmvergnügen und empathischer Reflexion über die Menschheit.

 

Eyal Sivan: der Filmemacher mit einer anderen Meinung zur Geschichte

Eine andere Meinung zur Geschichte liefern: dadurch zeichnet sich das Werk von Eyal Sivan aus. Seine Filme gehen mit den intensivsten philosophischen Überlegungen der zeitgenössischen Dokumentarfilmszene einher. Seine Filme bewegen sich in einer Umgebung, innerhalb derer die Auseinandersetzung mit der Geschichte sowohl unvermeidlich als auch von Dauer ist. Hier projiziert die Dokumentationspraxis nicht auf eine hypothetische Zukunft, sondern verschreibt sich einzig und allein der Gegenwart. Die Produktion von Dokumentarfilmen bedeutet für ihn, eine neue bzw. andere Meinung zur Geschichte darzustellen, indem etwas bereits Existierendes, bereits Gesehenes und bereits Bekanntes unter einem neuen Blickwinkel betrachtet wird.
Diese konstante Suche nach verschiedenen Bezugssystemen, nach einer anderen Geschichte – wobei ohne Unterlass über die Definition von 'historischer Wahrheit' reflektiert wird – hat aus Eyal Sivans Werk einen unumgänglichen Treffpunkt in der Filmbranche der letzten dreissig Jahre gemacht; und aus ihm selbst einen der aufmerksamsten Beobachter des Konfliktes zwischen Israel und Palästina.

 

Download: das Plakat 2013 HD