PREISTRÄGER DER 18. AUSGABE, 20. – 27. APRIL 2012
INTERNATIONALEN WETTBEWERBS LANGFILME
Die Jury des internationalen wettbewerbs langfilme, bestehend aus Anna Glogowski (Festivaldirektorin – Frankreich), Simon Kilmurry (Produzent - USA) und Peter Liechti (FIlmemacher – Schweiz) verleiht den
Grossen Preis der Schweizerischen Post für den besten Langfilm des internationalen Wettbewebs,

CHF 20'000 an: DE REGELS VAN MATTHIJS (MATTHEW’S LAWS) von Marc Schmidt, Niederlande
Mit Liebe und Mut versetzt uns der Filmemacher in ein von-Angesicht-zu-Angesicht mit seinem Freund aus Kinderzeiten. Dieser Film überschreitet die Grenze zu der unbekannten und geheimnisvollen Welt des Autismus. De Regels Van Matthijs gibt uns einen einzigartigen Einblick in die Freundschaft und die Willenskraft eines Autisten, der sich mit den Anforderungen der Gesellschaft konfrontiert sieht.
Spezialpreis der Schweizerischen Post für den innovativsten Langfilm des internationalen Wettbewerbs,

CHF 10'000 an KOVASIKAJUTTU (THE PUNK SYNDROME) von J-P Passi und Jukka Kärikkäinen, Finland
Grossherzig und humorvoll zelebriert The Punk Syndrome die Freude am Spass. Dieser Film ist nicht nur eine herzliche Begegnung mit Menschen, die gewöhnlich am Rande der Gesellschaft stehen, sondern auch ein stringent strukturiertes und inspiriertes Kinokunstwerk.
Sowie eine lobende Erwähnung an :

900 DAGEN (900 DAYS) von Jessica Gorter, Niederlande
900 Tage zeigt ein tragisches Kapitel der Geschichte aus der Sichtweise von gewöhnlichen Leuten, die es erlebt haben. Kunstvoll schafft die Filmemacherin erstaunliche Verbindungslinien zwischen dem Schrecken und der Menschlichkeit.
INTERNATIONALEN WETTBEWERBS KURZE UND MITTELLANGE FILME
die jury des internationalen wettbewerbs kurze und mittellange filme, bestehend aus irène challand (leiterin der dokumentar-abteilung radio télévision suisse rts – schweiz), sean farnel (festival-programmgestalter - kanada) und cristina nord (journalistin, filmkritikerin – deutschland) verleiht
Preis george foundation für den besten mittellangen Film des internationalen Wettbewerbs

CHF 10'000 an :
LE GOSSE (THE KID) von Louise Jaillette, Frankreich
Die Filmemacherin hat ein bemerkenswertes Thema gefunden: ein Junge zwischen Kindheit und Jugendalter im ländlichen Frankreich. Ihre Autorenperspektive ist realistisch und feinfühlig. Die Jury hat insbesondere ihre Intensität, ihre Neugierde und ihre Ehrlichkeit geschätzt.
Preis george foundation für den innovativsten mittellangen Film des internationalen Wettbewerbs

CHF 5'000 an :
L’ÂGE ADULTE (ADULTHOOD) von Eve Duchemin, Belgien/Frankreich
Zwei junge Erwachsene, erdrückt vom Gewicht ihrer sozio-ökonomischen Umwelt, suchen ihr Lebensideal. Die Filmemacherin vermag, ihre innere Schönheit zu erblicken und ihre Würde trotz dem äusserst prekären Kontext.
Preis der Mobiliar für den besten Kurzfilm des internationalen Wettbewerbs

5'000 CHF an : NOS JOURS, ABSOLUMENT, DOIVENT ÊTRE ILLUMINÉS von Jean-Gabriel Périot, Frankreich
Der Film variiert mit Poesie und Virtuosität ein Gefühl von Befreiung und Empathie, dank dem äusserst eleganten und schlichten Einsatz von Klang und Bild. Der Zuschauer macht hier eine vielschichtige und einzigartige Erfahrung.
Spezialpreis der Mobiliar für den innovativsten Kurzfilm des internationalen Wettbewerbs

CHF 2'500 an : ENKEL DER GESCHICHTE (SPINACH AND SUGAR) von Laura Laabs, Deutschland
Eine junge Filmemacherin widmet einen Film ihrer Grossmutter. Sie geht dieses gängige Thema mit Selbstvertrauen und Bestimmtheit an, mit Freude und Einfallsreichtum. Und eröffnet damit eine neue Perspektive auf den Umgang mit der deutschen Geschichte: erinnern, aufbewahren und an künftige Generation übergeben.
Sowie eine lobende Erwähnung an

3 DNI WOLNOSCI (3 DAYS OF FREEDOM) von Lukasz Borowski, Polen
Eine Reflexion mit Tiefgang über den verlorenen und wiedergefundenen Sinn für Freiheit.
SCHWEIZER FILM
die jury schweizer film, bestehend aus fabienne abramovich (autorin, produzentin, künstlerin – schweiz), ruth diskin (internationaler filmverleih – israel) und gregorio paonessa (produzent – italien) verleiht den
Grossen Preis SSA/Suissimage für den besten Schweizer Film aus allen Sektionen

CHF 15'000 an: HIVER NOMADE von Manuel von Stürler, Schweiz
Die Jury vergibt den grossen Preis an HIVER NOMADE von Manfred von Stürler, Louise Production. Der Film macht mit dieser beindruckenden Reise die bestechende Handschrift des Regisseurs deutlich, der es versteht, das filmische Potential der zwei Protagonisten und ihrer unglaublichen Verbindung zueinander zu nutzen. Diese zeitgenössischen Nomaden erleben ein aussergewöhnliches Abenteuer, das dennoch tief in unserer Gegenwart verwurzelt ist. Der Regisseur erschaftt in seinem ersten langen Dokumentarfilm eine Magie der Einfachheit durch die Kraft der Kameraführung, die Feinheit des Schnitts sowie durch den Einsatz der Musik.
Spezialpreis der Jury – SRG SSR, für den innovativsten Schweizer Film aus allen Sektionen

CHF 10'000 an : AMORE CARNE von Pippo Delbono, Italien/Schweiz
Die Jury vergibt den Preis SSA/SUISSIMAGE für den innovativsten Schweizer Film an AMORE CARNE von Pippo Delbono für die lyrische Kraft dieses grossartigen Gedichts, das uns in die Macht seiner inneren Welt mit hinein nimmt. Der umfassend talentierte Künstler nutzt die neuen Technologien mit grosser Intelligenz für das Bedürfnis, seiner Liebe zum Leben und seiner Sehnsucht nach Freiheit Ausdruck zu verleihen. Die Kamera wird zum integralen Teil seines Körpers und lässt uns durch die Kraft seiner Bilder seine eigenen Erfahrungen teilen.
Sowie eine lobende Erwähnung an

WHERE THE CONDORS FLY von Carlos Klein, Schweiz/Deutschland/Chile
Die Jury vergibt eine lobende Erwähnung für diesen humorvollen, mutigen, bewegenden und originellen Dokumentarfilm. Wir begrüssen diesen Film, weil er das Leben und seine Wunder feiert. Er reflektiert über die Form des Filmemachens und der Kunst nicht nur mittels des Geistes und des Kopfes, sondern ebenso über die körperliche Kraft, den Instinkt und die Intuition.
Regard neuf
die jury regard neuf, bestehend aus catherine bizern (festivaldirektorin – frankreich), boris gerrets (filmemacher - niederlande) und pierre-yves vandeweerd (filmemacher – belgien), verleiht den
Preis Regard Neuf des Kantons Waadt, für einen ersten Langfilm des internationalen Wettbewerbs, der Sektionen Helvétiques oder Etat d’esprit

CHF 10'000 an SCHILDKRÖTENWUT (THE TURTLE’S RAGE) von Pary El-Qalquili, Deutschland
Ein sehr klarsichtiger Film, aus dem drängenden Bedürfnis heraus entstanden, auf das Trauma des Exils zurückzukommen. Jedes Bild trägt zur Wiederherstellung einer zerstörten Beziehung bei. Ausgehend von der Konfrontation zwischen der Filmemacherin und ihrem Vater, zwischen dem Traum von einem Land und der Realität einer Reise lässt der Film einen Wegverlauf aufscheinen, der eine Geschichte möglich zu machen scheint, zunächst für die beiden, aber auch für alle anderen. Die ganze Woche hindurch haben die Stringenz des Films und die intelligente Respektlosigkeit seiner Macherin uns begleitet. Der Film zeichnet sich auch die Stimmigkeit seines Titels aus.
ungen Publikums
Die Jury des jungen Publikums und der Société des Hôteliers de la Côte, bestehend aus Margaux Clivaz, Noélie Lecoanet, Thomas Perez, Alicia Pugin und Élodie Spack, verleiht den
Preis des jungen Publikums und der Société des Hôteliers de la Côte für den besten Film der Sektion Premiers Pas

CHF 3’000 an AFTER von Lukasz Konopa, Grossbritannien
Der Film After von Lukasz Konopa gewinnt den jungen Publikumspreis für die Originalität, mit der er ein oft bearbeitetes Thema angeht. Durch eine kohärente Form schafft es der Filmemacher, in seinen Einstellungen die Objekte einer schmerzhaften Erinnerung mit ihrer Inszenierung koexistieren zu lassen, die sich gleich auch wieder aufzulösen scheint. Diese Doppelbödigkeit stellt mit subtiler Ironie die Rolle und Pflege von Gedenkstätten in unserer Gesellschaft in Frage.
Postproduktions-Preis – C-Side für den besten Schweizer Film der Sektion Premiers Pas

im Wert von CHF 5'000 MAN HASTAM (J’EXISTE – I AM) von Tara Parsa, Schweiz
In einer Gesellschaft, in der die Selbstzensur täglich zuschlägt, entstammt die Kraft des Films Man Hastam von Tara Parsa einer Formsprache, in der die schwarzen Einstellungen und das Ungesagte ebenso bewegend und explizit sind wie die gefilmten Aussagen. Genau wie die Iraner, die sich nicht so zeigen können, wie sie sind, erhält der Film selber seine Legitimität durch diese Einschränkung und kann gar nicht anders, als in dieser Form zu existieren.
INTERRELIGIÖSE JURY
die interreligiöse jury, bestehend aus roza berger-fiedler (filmemacherin, produzentin – deutschland), alain le goanvic (präsident pro-fil – frankreich), marie-thérèse mäder (wissenschaftlerin im bereich medien und religion – schweiz) und mehdi sahedi (autor und filmemacher – schweiz), verleiht den
Preis der interreligiösen Jury für einen Langfilm des Internationalen Wettbewerbs, der Fragen zum Sinn und zur Ausrichtung des Lebens beleuchtet

CHF 5'000 an : 900 DAGEN (900 DAYS) von Jessica Gorter, Niederlande
Der Film erzählt die Belagerung Leningrands während des Zweiten Weltkriegs aus verschiedenen Perspektiven. Dank einer präzisen und anrührenden Konstruktion aus Bildern und Klängen gelingt es der Filmemacherin, den Widerspruch zwischen den persönlichen Erinnerungen der Zeitzeugen und der Instrumentalisierung der Geschichte durch die politischen Machthaber deutlich zu machen. Die individuellen Schicksale stellen die kollektive Perspektive auf die Vergangenheit in Frage und lassen die Manipulation der Menschen und ihrer Erinnerungen sichtbar werden.
Sowie eine lobende Erwähnung an

DE REGELS VAN MATTHIJS (MATTHEW’S LAWS) von Marc Schmidt, Niederlande
Die Begegnung des Filmemachers mit seinem Freund, der an Autismus leidet, ist mit viel Feingefühl gefilmt. Die Bilder erzählen taktvoll und authentisch von der Unfähigkeit des Filmemachers und des Umfelds von Matthijs dessen Schicksal zu ändern.
Prix Buyens-Chagoll
die jury prix buyens-chagoll, bestehend aus lydia chagoll (filmemacherin – belgien), tanja meding (produzentin – usa) und paolo moretti (festival-programmgestalter– italien), verleiht den
Preis Buyens-Chagoll für ein Werk mit humanistischer Dimension, in welchem sinnstiftende Werte für die Zukunft der Menschen entwickelt werden

CHF 5’000 an SNAKE DANCE von Manu Riche und Patrick Marnham, Belgien/Irland/Niederlande
SNAKE DANCE, ein Film, in dem es um Atomwaffen, also um ein universelles Thema, geht, zeigt uns auch die Ausbeutung der Arbeiter und die Bereicherung einer multinationalen Unternehmens mit diesem « Produkt », das die Gefahr der Auslöschung des Lebens und der Verschmutzung der Erde beinhaltet. Durch seine ungewöhnliche Annäherung an die Atomkraft in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, ohne dabei Archivmaterial zu verwenden, ist der Film durch seinen ethischen und ästhetischen Wert von aussergewöhnlicher Originalität.
Der publikumspreis der stadt nyon für den besten film der sektion etat d’esprit

CHF 10'000 an LA VIERGE, LES COPTES ET MOI von Namir Abdel Messeh, Frankreich
